Mestitze – Bewohner von Kap Verde

Heutzutage gilt die Mehrheit der Bewohner von Kap Verde als Mestizen. Das Wort Mestize, wörtlich übersetzt „Mischling“, bezieht sich auf die Herkunft der Einwohner. Sie entstammen zumeist Vermischungen aus Portugiesen und Westafrikanern.

Die portugiesischen Entdecker

Die Besiedlung von Kap Verde erfolgte ab dem 15. Jahrhundert. Als die Portugiesen mit ihren Schiffen im Jahr 1456 das erste Mal eine der Inseln ansteuerten, stießen sie im Gegensatz zu den Kanarischen Inseln nicht auf Ureinwohner. Mit der Besiedlung der Kapverdischen Inseln wollte Portugal neue Handelswege für Sklaven, Gold und Gewürze aus Indien schaffen. Der Mittelmeerraum stand ihnen nicht mehr offen, da hier Türken die Routen beherrschten und der Trans-Sahara-Handel war fest in den Händen islamischer Händler.

Die Sklaven

Die Inseln an der Westküste Afrikas waren für die folgenden drei Jahrhunderte ein wichtiger Markt für den Handel mit Sklaven. Allerdings zeigten sich zu Beginn des 19. Jahrhunderst bereits Unterschiede zum Umgang mit Sklaven in Nordamerika und Südamerika. Frühzeitig fand eine Vermischung von Sklaven aus Westafrika und den portugiesischen Siedlern statt. Konflikte entwickelten sich daraus nicht, im Gegenteil. Mit den Mestizen entstand eine neue Kultur und eine neue, sogenannte kreolische Sprache. Bei der Vermischung der Ethnien kam es nie zu Auseinandersetzungen, was im Endeffekt förderlich für die Unabhängigkeitsbewegung von Kap Verde war. Die heutige Bevölkerung der Inseln besteht zu etwa 75 Prozent aus Mestizen.